Projekt SKAS -Systeme und Komponenten für autonome Schiffe

ZIM-Netzwerk „Systeme und Komponenten für autonome Schiffe“ – SKAS

Im Rahmen des durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten „Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand“ (ZIM) werden Kooperationsnetzwerke für Entwicklungsprojekte gefördert. Ziel des ZIM-Nemo-Netzwerks „Systeme und Komponenten für autonome Schiffe – SKAS“ist es Systeme und Komponenten für autonom ablaufende Prozesse auf Schiffen zu entwickeln. Durch das Netzwerk sollen mit voraussichtlich vier ganztägigen Workshops, Firmenbesuchen und Projektbesprechungen mehrere Entwicklungsvorhaben für die Realisierung teil- oder vollautonomer Schiffsfunktionen konzipiert, für die Förderung beantragt und durchgeführt werden. Eine wesentliche Netzwerkleistung wird die Erarbeitung und Einreichung von Förderanträgen für Entwicklungsförderprogramme des Bundes, der Bundesländer und der Europäischen Union sein. Das Projekt wird administriert und geführt durch die Innovationsberatungsgesellschaft EurA AG.

Homepage:

Da die Betriebsprozesse z.Zt. durch internationale Vorschriften sehr stark formalisiert und nicht vergleichbar mit den Prozessen in der Luftfahrt oder im Landbereich sind, besteht auch auf internationaler Ebene Klärungs- und Ordnungsbedarf:

Neben den Risiken müssen auch die Chancen und zukünftige Entwicklungen angemessen bewertet und beurteilt werden. Das Maritime Safety Committee (MSC) der IMO plant daher die aktuellen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von „Marine Autonomous Surface Ships“ (MASS) in einem überstaatlichen Dialog proaktiv und konstruktiv bei der Vorschriftenentwicklung zu begleiten. Im Fokus stehen dabei formale Aspekte zu

  • Human element,
  • Reliability, robustness, resiliency and redundancy,
  • safety security interactions with ports, pilotage,
  • responses to incidents,
  • protection of marine environment,
  • responsibility and legal aspects
  • formal safety assessment

Die Richtlinie gibt Handlungsempfehlungen und verweist auf „Best-practices-Beispiele“:

  1. INDENTIFY: Es sind personelle Verantwortlichkeiten und Rollen in Hinblick auf „Cyber Risk Management“ zu definieren sowie die dazugehörigen technischen Einrichtungen hinsichtlich System, Automatisierungs- und Datenbestand einer Risikoanalyse zu unterziehen.
  2. PROTECT: Es sind organisatorische und technische Lösungen zu suchen, um das Risiko weitgehend zu begrenzen.
  3. DETECT: Es sind unternehmensspezifische Prozesse und Verfahren zu implementieren, um evtl. Cyper-Angriffe identifizieren und abwehren zu können.
  4. RESPOND: Es sind Verfahrensanweisungen für den Fall eines Angriffes oder eines Ausfall des Systems zu beschreiben.
  5. RECOVER: Es sind Maßnahmen und Back-Up-Verfahren zu beschreiben, die nach einem Angriff einzuleiten sind, damit der sichere Schiffsbetrieb wieder hergestellt werden kann.

Auf der 100sten Sitzung des Maritime Safety Commitees (MSC) vom 3. bis 7. Dez. 2018 wurden operative Stufen für das Maritime Autonmous Surface Ship (MASS) definiert und festgelegt:

  • DEGREE ONE – ship with automated processes and decision support: Das Bordpersonal überwacht und kontrolliert die Systemfunktionen. Einzelne Operationen sind vollautomatisiert.
  • DEGREE TWO – remotely controlled ship with seafarers on board: Das Schiff wird fernüberwacht und ferngesteuert. Bordpersonal ist für den Notfallmaßnahmen und Notmanöver (Brand, Leck, Umweltschäden …) und für Eingriffe auf Bord verfügbar.
  • DEGREE THREE – remotely controlled ship without seafarers on board: Das Schiff wird vollständig fernüberwacht und ferngesteuert; es wird kein Personal an Bord vorgesehen.
  • DEGREE FOUR – fully autonomous ship: Das Schiffssystem trifft eigenständige Entscheidungen.

Jede Stufe muss unter allen Bedingungen die martime Sicherheit (Safety and Security) sicherstellen. Insofern wird die IMO in den nächsten Schritten ihre Richtlinien, Werkzeuge und Instrumente überprüfen. Dies betrifft beispielsweise

  • SOLAS – International Convention for the Safety of Life at Sea
  • COLREG – collision regulations
  • Load Lines – loading and stability
  • STCW – training of seafarers and fishers (STCW-F)
  • SAR – search and rescue
  • Tonnage Convention – tonnage measurements
  • CSC – safe containers
  • SPACE, STP – special trade passenger ship instruments.

Die Standards sollen offen und zielorientiert definiert werden (goal-based-standards), um einen zukunftsfähigen sicheren und umweltfreundlichen Schiffsbetrieb gewährleisten zu können. Bestehende oder geplante Prozesse sollen daher auf voll- oder teilautomatisierte Potentiale untersucht und bewertet werden. Eine erste Vorlage ist für 2020 geplant.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s